Sprengstoffspuren

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Sicherheitskontrolle am BER. In meinem Rucksack ein Buch vom hochverehrten Peter Ackroyd: Shakespeare – Die Biographie. Ob sie meinen Rucksack öffnen dürfen, fragt einer von der Security. Ich staune, weil er um Erlaubnis fragt und versuche, den Gürtel durch die Schlaufen meiner Hose zu fädeln, ehe sie mir auf Knie runterrutscht. Ein Polizist in Schutzweste steht plötzlich vor mir, an seinem Gürtel sind Waffen. Ob das Buch mir gehört, möchte er wissen, er meint Shakespeare, ob der Shakespeare meiner ist. Ja. Er ist sehr freundlich. Am Buch wurden Spuren von Sprengstoff entdeckt. Das habe ich antiquarisch erstanden, stammele ich. Sie müssen mich auf Sprengstoffspuren untersuchen, behauptet er. Ja, bitte, kein Problem. Meine Hose sitzt mittlerweile einigermaßen sicher. Sie scannen mich, erfolglos, nur an Shakespeare haftet Sprengstoff, ich darf ihn trotzdem behalten. Ich lande mit Shakespeare in London. In meinem Apartment löse ich den Feueralarm aus, weil ich Türen offen halte, die geschlossen werden müssen, die Schlafzimmertür, die Küchentür, die Wohnungstür, die Wohnzimmertür, nur die Badezimmertür ist ausgenommen, weil es im Bad kein Fenster gibt. Das Trauma des alles verschlingenden Feuers von 1666 wirkt bis heute nach. Die ganze Wohnung ist mit Warnhinweisen plakatiert. Kaum bin ich auf der Straße unterwegs, hält mich eine Polizistin an. Ob ich an einer Befragung teilnehmen möchte. Nein, eigentlich nicht, aber ja, gerne. Sie freut sich. Ob ich mich sicher in Stepney Green fühle. Ich bin gerade erst angekommen, aber ja. Ob ich ein Gewaltverbrechen anzeigen würde. Ich denke schon. Sie wünscht mir einen schönen Tag. Ja, warum auch nicht, ich bin ein Haken mehr auf ihrer Liste.

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